Weihnachtsbrief 2013

Herr,
wenn Dein Licht
in unserm Innern strahlt,                
gewinnt unser Herz
menschliche Wärme,
findet unser Verstand
den richtigen Weg,
gehen unsere Schritte
zum Nächsten n Liebe.
Spürbar wird
ein Kommen.

(Anette Freigs)

Weihnachten 2013

Quito, Advent 2013.

Liiebe MIssionsfreunde,

“Und das Wort ist Fleisch geworden und hat unter uns gewohnt und wir haben seine Herrlichkeit gesehen, die Herrlichkeit des einzigen Sohnes vom Vater, voll Gnade und Wahrheit”. So heisst es im grossartigen Prolog des Johanesevangeliums, dem Evangelium des Weihnachtstages. Es ist gleichsam die Ouvertüre, die das ganze Erlösungswirken Gottes zum Heil aller Menschen und der gesamten Weltgeschichte leitet. Mit der Inkarnation unseres Erlösers kam das wahre Licht, das alle Menschen erleuchtet, in die Welt um unser Leid, unsere Traurigkeiten und Zweifel zu erfassen, sodass es hell wird in uns, um uns, wir selber leuchten und uns aufmachen, um Armut, Heimatlosigkeit und Unfrieden in unserer zersplitterten Welt zu lindern.  Das Licht vertreibt die Finsternis und nie die Finsternis das Licht!

Das Jahr des Glaubens, von Papst Benedikt ausgerufen und von Papst Franziskus vollendet, hat der Verkündigung und Evangelisierung neue Schubkraft verliehen und viele Gläubige ermutigt ihren Glauben furchtlos zu leben und sich für andere einzusetzen. In unserer Pfarrei organisierten wir drei Tagesversammlungen zum Austausch und Vertiefung verschiedener Themen, sowie Exerzitien. Zum Abschluss versammelten sich die Gläubigen der 12 Pfarreien unseres Dekanats zu einer grossen Wallfahrt nach Quitumbe, wo mindestens 8.000 Menschen am feierlichen Gottesdienst teilnahmen.

Im März durften wir zwei neue, brasilianische Herzjesumissionare begrüßen, beide aus der Rio de Janeiro Provinz, um unsere Pfarrei „Guter Hirte“ zu betreuen.

Auch in unserer Gemeinschsaft gab es Zuwachs, Sr. Rosa, hatte 25 Jahre in Bolivien verbracht, darunter mehrere  als Direktorin des Collegs  in Forestal, und lebt nun ihre weniger aktiven Jahre in der Nähe ihrer Familie. Nun sind wir zu zweit im „Ruhestand“, aber manchmal aktiv wie unsere weit jüngere Generation. Ich bin wirklich dankbar,  dass ich immer noch in der Pfarrei vielfältige Aufgaben übernehmen kann -  Bibelschule leiten, die Kommunionhelfer ausbilden, Ehevorbereitungskurse geben, Hausbesuche ...    ausserdem Begleitung mehrer Ordensleute, Kurse, Workshops sowie  Exerzitien geben.

Im letzten Weihnachtsbrief schrieb ich, dass sich unsere jetzige Regierung für Arme und Ausgegrenzte einsetzt wie noch keine Regierung  zuvor, dass aber CISCA bis jetzt  noch nichts davon gemerkt hat.

Nun kann ich die freudige Mitteilung machen, dass es seit August in CISCA grosse Veränderungen gab.   Wir hatten uns schon lange bemüht, dass der Staat die Löhne unserer „Gruppenmütter“, bezahlt, denn ich bin inzwischen 75  und möchte  CISCA  sicheren Händen überlassen.  Aber dann kam uns der Staat zuvor.  Alle Kindertagesstätten wurden überprüft und die Hälfte geschlossen. Wir wurden anerkannt. Alles kam dann sehr schnell; die Regierung, Sozialministerium, war bereit ab September die Löhne zu bezahlen. Aber nach dem Motto: wer bezahlt, regiert, gab es bald darauf grosse Veränderungen. Eine neue Direktorin wurde eingesetzt und für die Räumlichkeiten und Sicherheit (Feuerschutz usw), sollten ca 50 000.- Dollar investiert werden. Alle, die in so einer Institution arbeiten, müssen Abitur haben und sich an der Universität durch Fernstudium weiterschulen. Nur Kleinkinder dürfen in CISCA aufgenommen werden usw.  Wir mussten "Mütter" entlassen die sich jahrelang für die Kinder eingesetzt hatten und all die Jahre durch SOS Kinderdorf Schulung erhielten, und neue Mitarbeiterinnen anstellen. Der Staat bezahlt ein gutes Gehalt von  430,00- Dollar, zuvor haben alle Angestellte  als „Voluntäre“ gearbeitet und erhielten die gleiche Bezahlung wie in allen staatlichen Einrichtungen.

Momentan gibt es noch Spannungen denn unsere Arbeitsweise und Ethik  ist doch etwas verschieden.  Die Consolationsschwestern hatten jahrelang die Leitung, wollen sich aber jezt von CISCA distanzieren.   Somit haben wir in der vorletzten Versammlung "Fundación Buen Pastor",  (Stiftung "Guter Hirte"), von unserer Pfarrei  beschlossen CISCA ganz dem Staat zu übergeben.  Ob der Staat die ganze Veratwortung übernimmt, wissen wir immer noch nicht. 

Wir mussten in CISCA unsere Schulkinder, sowie die Gruppe der geistig und körperlich Behinderten aufgeben, denn der Staat will nur die Kleinkinder in CISCA und seit Schulbeginn  müssen sogar 4 jährige zur Schule gehen.  Momentan sind in CISCA 96 Kleinkinder. Die Räume sind gut ausgelastet, denn es mussten kleinere Gruppen gebildet werden.

Gott sei Dank hat die Pfarrei die Möglichkeit auch diese 4jährigen nach der Schule im Pastoralzentrum aufzunehmen. Ca 70 Schulkinder, die meisten ehemalige CISCAs, erhalten nun in der Pfarrei ein warmes Mittagessen und Hausaufgabenbetreuung. Zudem wollen wir mit Spenden eine Küche und Speisesaal einrichten um  vielen alten und vernachlässigten Menschen ein warmes Mittagessen zu ermöglichen und sie medizinisch zu versorgen.

Sr. Herta Haug, O.P.Wie dankbar bin ich für die große Unterstützung aus meinem Verwandten, Bekanntenkreis, um den Ärmsten unserer Pfarrei und Umgebung zu helfen.  Ihnen allen wieder ein ganz, ganz herzliches VERGELTSGOTT!

Christus kommt als Licht in unsere Welt. So wünsche ich Ihnen dass viel Licht in Ihrem Innern aufstrahlt und Seine Herrlichkeit unsere manchmal sehr dunkle Welt erhellt. Auch Gottes reichen Segen für das kommende Jahr 2014!

In Dankbarkeit grüsst Sie wieder,

Ihre Schwester Herta Haug, O.P.